Die Umicore Refinery

Umicore

Das Unternehmen Umicore, welches unter anderem Edelmetallbarren, so z.B. Goldbarren herstellt, ging aus mehreren Firmen hervor, die Ende der 1980er Jahren miteinander verschmolzen. Die wohl größte dieser vier Firmen war die belgische Union Minière, also einer Minengesellschaft, die sich Jahrzehnte lang vor allem auf den afrikanischen Kontinent, verstärkt auf das Gebiet der heutigen Demokratischen Republik Kongo spezialisiert hatte und dort wichtige Minen unterhielt.

Die Geschichte der Union Minière geht bis auf das Jahr 1906 zurück, reicht also noch in die Kolonialzeit zurück, in welcher die heutige Demokratische Republik Kongo eine belgische Kolonie war. Dadurch war es für die Union damals ein Leichtes, Bodenschätze in dem schwarzafrikanischen Land abzubauen. Dies sollte sich mit der Unabhängigkeit jedoch ändern. Die Mine wurde dem Staat übereignet und die Geschäfte der Union gingen schlechter. Durch das Geschäft in Europa konnte man jedoch weiter existieren. Das Kerngeschäft der Union hat die Umicore hingegen nicht übernommen.

Eine weitere damals sehr bekannte Firma, welche in das belgische Unternehmen aufgegangen ist, war das deutsche Chemieunternehmen Degussa, welches sich seiner Zeit zum einen auf Edelmetalle spezialisiert, zum anderen aber auch die Spezialchemie fokussiert hatte. Zwar ist der Markenname Degussa auch heute noch in Gebrauch, dies liegt aber daran, dass sich ein Schweizer Unternehmen die Namensrechte kaufte und den Namen auf diese Weise wiederbelebte.

Nach der Verschmelzung der vier Unternehmen wurde das nun entstandene Unternehmen Umicore neu ausgerichtet. Es fielen alte Geschäftszweige der fusionierten Unternehmen weg, während man sich jetzt auf neue bzw. wenige der bereits bestehenden Geschäftszweige konzentrieren wollte. So fiel beispielsweise das Minengeschäft weg. Denn man entschloss sich bei Umicore, nicht länger Rohmaterialien zu produzieren, sondern Edelmetalle zu recyceln. Man erkannte nämlich, dass mittlerweile derart viele Edelmetalle im Umlauf waren (Platin, Palladium etc.), die in hohen Mengen recycelt respektive wiederverwertet werden können.

Vor allem mit recyceltem Gold und Silber richtet sich das Unternehmen auch an Investoren, die gerne in Edelmetall investieren. Mit der Barrenproduktion, die früher die originale Degussa unterhielt, heute die neu gegründete schweizer Degussa wiederbelebt hat, bietet man diverse Edelmetalle direkt dem Privatkunden zum Kauf an. Diese Barren werden in verschiedener Größe bzw. mit verschiedenem Gewicht angeboten, so dass solche Investoren, die eher eine kleinere Investition tätigen möchten, ebenso ein geeignetes Produkt finden, wie Investoren, die eine größere Anlagesumme in ein Edelmetall ihrer Wahl zu investieren suchen.

Dieser Geschäftsbereich - also die Barrenproduktion - wurde direkt von der deutschen Degussa übernommen, während diese in späteren Jahren Teile ihres ursprünglichen Kerngeschäftes bereits aufgegeben hatte, bevor sie in der Umicore aufgegangen ist.

Mit dieser neuen Geschäftsstrategie, welche teilweise auf zahlreiche Kerngeschäfte der fusionierten Unternehmen verzichtete, ist man bis heute erfolgreich. Das Unternehmen wird am belgischen Aktienindex BEL20 seit der offiziellen Gründung erfolgreich geführt.

Dabei ist umicore kein nur in Belgien agierendes Unternehmen. Wichtige Produktionsstätte befinden sich unter anderem in Deutschland und den Vereinigten Staaten, wobei der Konzern selbst ein weltumspannendes Unternehmen ist.

Inzwischen ist Umicore eines der weltweit größten Unternehmen in der Edelmetallsparte und erwirtschaftete in den letzten zehn Jahren durchschnittliche Gewinne im dreistelligen Millionenbereich. Dabei macht das Recycling an sich lediglich den zweitgrößten Teil des Geschäftes aus: Der größte Teil ist vor allem die Katalyse, zu welcher auch die Herstellung von Fahrzeugkatalysatoren gehört. Folglich bietet das heutige Unternehmen ein sehr breites Produktportfolio, welches über die Produktion von Edelmetallbarren weit hinausgeht.

07.01.2015